Zweiter Koalitionskrieg

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Allgemeine Uibersicht des Krieges der fränkischen Republik gegen die (zweite) Coalition, vom Tractat von Campo Formio bis zum allgemeinen Frieden (17 Oct. 1797 - 25 März 1802.)


Sechster Feldzug 1797.

Kriegführende Mächte.

auf der einen Seite auf der andern.
Frankreich GrosBritannien.
Batavische Republik. Portugal.
Spanien (nur gegen GrosBritannien.)


KriegsEreignisse.

1. HauptVorfälle im Laufe des Feldzuges.

Besezung der Stadt Mainz und des Forts Cassel durch die Franken, 30 Dec. (Hatry).

2. Resultate des Feldzuges.

Frankreich, durch die Besiznahme von Mainz, nun völlig Meister vom ganzen linken RheinUfer.


Staats- und diplomatische Ereignisse.

ReichsFriedensCongreß zu Rastadt, gegen Ende Novembers eröfnet. Bonaparte's Ankunft, 25 Nov. Abreise, 2 Dec.

MilitairConvention zu Rastadt, 1 Dec., die Anordnung der gegenseitigen Räumungs-Bewegungen in Vollziehung des Tractats von Campo Formio betreffend.

VolksAuflauf in Rom, 28 Dec., worin der fränkische General Duphot getödet wird. Abreise des fränkischen Botschafters Joseph Bonaparte.

Besiznehmung von Erguel (dem innerhalb der helvetischen Gränzen gelegenen Theil des Bisthums Basel) durch die Franken.


Siebenter Feldzug 1798.

Kriegführende Mächte.

auf der einen Seite. auf den andern
Frankreich. GrosBritannien.
Batavische Republik. Portugal.
Spanien (nur gegen GrosBritannien.) Die Pforte, seit 10 Sept.
Neapel, seit 25 Nov.
Rußland (läßt schon eine Flotte zu der türkischen stossen.)


KriegsEreignisse.

1. HauptVorfälle im Laufe des Feldzuges.

Stürmung der Mannheimer RheinSchanze, 25 Jan. (Ambert.)

Einzug der Franken in Rom, 10 Febr. (Berthier.)

Einnahme von Freiberg und von Solothurn, 2 März. (Brune und Schauenburg.)

Treffen bei Fraubrunnen; Einzug der Franken in Bern, 5 März (Schauenburg.)

Kapitulation der kleinen Kantone, nach mehrtägigen heftigen Gefechten, 4 Mai. (Schauenburg.)

Abfahrt der Flotte von Toulon, mit einer ExpeditionsArmee, 19 Mai. (Bonaparte.)

Landung und Niederlage der Britten bei Ostende, 19 und 20 Mai. (Muscard gegen Coote.)

Einnahme von Malta, 12 Jun. (Bonaparte.)

Landung in Aegypten; Einnahme von Alexandria, 1 Jul. (Bonaparte.)

Schlacht bei den Pyramiden, 21 Jul. (Bonaparte gegen Murat Bey); Einzug der Franken in Kairo, 22 Jul.

See-Schlacht bei Abukir, 1 - 3 August. (Nelson gegen Brueys.)

Landung von tausend Mann Franken bei Killala, in Irland, 22 Aug. (Humbert); ihr Sieg bei Castlebar (gegen Lake) 27 Aug; ihre Gefangennehmung (durch Cornwallis) bei Ballyuamuck, 8 Sept.

SeeTreffen bei der Insel Tory, unweit Killala, 12 Oct. (Warren gegen Bompard.)

Einnahme von Port Mahon durch die Britten, 15 Oct. (Stuart gegen Don Juan de Quesada.)

Besezung Graubündens durch die Oestreicher, 19 Oct. (Auffenberg.)

Einfall der neapolitanischen Armee in das Gebiet der römischen Republik, 25 Nov.; ihr Einzug in Rom, 27 Nov. (Mack.)

Plözlicher Einmarsch der Franken in Piemont, und Wegnahme aller Festungen dieses Landes, 6 - 9 Dec. (Joubert.)

Niederlage der Neapolitaner bei Civita-Castellana, Otricoli und Calvi, den 4, 7 und 9 Dec. (Macdonald). WiederEinzug der Franken in Rom, 14 Dec. (Championnet.)

Einnahme von Aquila, 17 Dec. (Lemoine.)


2. Resultate des Feldzuges.

Frankreich hat erobert:

1. von dem Orden des heil. Johannes von Jerusalem: die Insel Malta (mit den davon abhängigen Inselgen Gozo und Cumino.)
2. von den Osmanischen Pforte: Aegypten.
3. von dem König von Sardinien: das Fürstenthum Piemont, das Herzogthum Montferat, und den ihm zugehörigen Theil vom Mailändischen.
4. von dem König von Neapel: den Theil des Königreichs Neapel bis zum Volturno. [Gleich zu Anfang des folgenden Jahrs, 23 Jan., auch die HauptStadt selbst.]

Es hat überdis die ganze Schweiz, und den ganzen Kirchenstaat, in militairischem Besiz.

Umschaffung der alten schweizerischen Eidgenossenschaft in die eine und untheilbare, demokratisch-repräsentative, Helvetische Republik.

Erschaffung einer neuen, Römischen Republik, die alles in sich faßt, was nach dem FriedensTractat von Tolentino unter der zeitlichen Herrschaft des Papstes geblieben war.

[Gleich zu Anfang des folgenden Jahres]:

Erschaffung einer neuen, Parthenopeischen Republik, aus dem, gröstentheils eroberten, Königreich Neapel.

Spanien hat gegen die Britten die Insel Minorca verloren.


Staats- und diplomatische Ereignisse.

Revolution der Schweiz, theils freiwillig, theils hervorgerufen durch die Künste oder Drohungen des fränkischen Ministers Mengaud, und zulezt durch das fränkische Bajonet vollendet.

Revolution von Rom; Proclamirung der Republik, 15 Febr, und feierliche Anerkennung derselben, durch den OberGeneral Berthier, im Namen des FrankenVolks.

Reunion der Stadt Mühlhausen mit Frankreich, 1 März.

Einwilligung der ReichsDeputation zu Rastadt in die als FriedenBasis verlangte Abtretung des linken RheinUfers an Frankreich, 9 März.

Of- und DefensivAllianz- und HandelsTractat zwischen der fränkischen und der cisalpinischen Republik, 15 März. (Cisalpinien nimmt an allen Kriegen Frankreichs Theil; es unterhält auf seinem Gebiet ein fränkisches TruppenKorps von 25,000 Mann, wofür es jährlich 18 Millionen Livres zahlt; sowohl die fränkische als die cisalpinische KriegsMacht stehen beständig unter fränkischen Generalen xc.)

Annahme des Prinzips der Säcularisationen durch die ReichsDeputation zu Rastadt, 4 April.

VolksAuflauf in Wien vor der Wohnung des fränkischen Botschafters Bernadotte, 13 April. Abreise des leztern

Reunions-Tractat der Stadt und Republik Genf mit Frankreich, 26 April.

AllianzTractat zwischen Neapel und Oestreich, 19 Mai. (Oestreich verspricht, bis zu dauerhafter Herstellung der Ruhe, in seinen neuen Besizungen in Italien, und in Tirol, wenigstens 60,000 Mann; und Neapel, auf denjenigen Gränzen seines Reichs, die den östreichischen Besizungen in Italien zunächst liegen, wenigstens 30,000 Mann, schlagbereit, zu unterhalten Diese Macht soll, erforderlichen Falls, von Oestreich bis auf 80,000, und von Neapel bis auf 40,000 Mann erhöht werden.)

(Fruchtlose) Conferenzen in Selz zwischen dem Grafen von Cobenzl und dem ExDirector François von Neufchateau, vom 30 Mai bis 6 Jul.

Convention vom 28 Jun. zwischen dem OberGeneral Brune und dem königl. sardinischen Bevollmächtigten von St. Marsan, wegen Besezung der Citadelle von Turin durch fränkische Truppen.

Der Thalweg des Rheins, zu Rastadt als Gränze zwischen der fränkischen Republik und dem teutschen Reiche anerkannt, 19 Jul.

(Pariser) Friedens- und Of- und DefensivAllianzTractat zwischen Frankreich und der helvetischen Republik, 19 August. (Bestätigung der, schon vollzogenen, Vereinigungen mehrerer Theile des SchweizerGebiets mit Frankreich.)

KriegsErklärung der Osmanischen Pforte gegen Frankreich, 10 Sept.

Einwilligung der fränkischen Bevollmächtigten zu Rastadt in die Uibernahme aller GemeindsSchulden der Länder auf dem linken RheinUfer, 23 Nov.

Kaiser Paul I von Rußland erklärt sich zum GrosMeister des MalteserOrdens, 24 Nov.

AllianzTractat zwischen Neapel und Rußland, 29 Nov. (Auf 8 Jahre. Gegenseitige Garantie ihrer Staaten. Rußland verspricht dem König von Neapel gegen die Franken ein HilfsKorps von 9 Bataillonen Infanterie, 200 Kosaken, nebst der nöthigen Artillerie.)

Besondre Convention zwischen der fränkischen und der helvetischen Republik, 30 Nov. (Gleichbaldige Aufstellung eines helvetischen HilfsKorps von 18,000 Mann, in fränkischem Sold.)

AllianzTractat zwischen Neapel und GrosBritannien, 1 Dec. (Gegenseitige Garantie ihrer Staaten. GrosBritannien verspricht, bis zum Frieden, im MittelMeer eine der fränkischen entschieden überlegene KriegsFlotte zu unterhalten.)

KriegsErklärung Frankreichs gegen die Könige von Neapel und Sardinien, 6 Dec.

Ultimatum der fränkischen Regierung, 6 Dec. zu Rastadt aufgestellt, und den 10 durch die Mehrheit der ReichsDeputation angenommen.

EntsagungsUrkunde des Königs von Sardinien, vom 9 Dec., auf alle seine Staaten auf dem festen Lande von Italien. Seine Abreise von Turin. Revolutionirung Piemonts.

AllianzTractat zwischen Rußland und der Pforte, 23 Dec. (Auf 8 Jahre Gegenseitige Garantie ihrer Staaten. Wahl des angegriffenen Theils, ob er den andern zu einer Hilfe in Truppen, oder in Geld, auffordern will. Oestreich, Preussen, xc. sollen zum Beitritt eingeladen werden.)

Vorläufiger Tractat zwischen GrosBritannien und Rußland, 29 Dec. (Kaiser Paul I verspricht, gegen 75,000 Pf Sterl. monatliche Subsidien, ein Korps von 45,000 Mann zu stellen, das zur Mitwirkung mit den Truppen des Königs von Preussen gebracht werden soll, wenn dieser bewogen werden könne, an dem Kriege gegen Frankreich thätigen Antheil zu nehmen.)


Achter Feldzug, 1799.

Kriegführende Mächte.

auf der einen Seite. auf der andern.
Frankreich. GrosBritannien.
Batavische Republik. Portugal.
Spanien, (gegen GrosBritannien, Neapel.
und seit 9 Sept. auch gegen Rußland.) Die Pforte.
Rußland.
Oestreich, seit 6 März.
Teutsches Reich, (das unter Preussens Schuze neutrale nördliche Teutschland,
und im südlichen allein den Markgrafen von Baden ausgenommen.


KriegsEreignisse.

1. HauptVorfälle im Laufe des Feldzuges.

Einzug der Franken in Neapel, 23 Jan. (Championnet.)

Besezung der [ausgehungerten] ReichsFestung Ehrenbreitstein, 24 Jan. (Goullus.)

Vordringen der Franken bis nach Syene, dem äussersten Punkt von OberAegypten, 2 Febr. (Desaix.)

Kapitulation von Corfu, 1 März. (Utschakow und Kadir Bey gegen Chabot.)

Einnahme des Luciensteigs, 6 März; Einzug der Franken in Chur, 7. (Massena gegen Auffenberg.)

Belagerung von Acre, 18 März. (Bonaparte gegen Dschessar Pascha und Sidney Smith.)

Schlacht bei Stokach, 25 März. (Erzherzog Karl gegen Jourdan.)

Schlacht bei Magnano, 5 April. (Kray gegen Scherer.)

Schlacht vom Berg Thabor, 16 April. (Bonaparte.)

Uibergang der Adda und Schlacht bei Cassano, 27 Apr. (Suworow und Melas gegen Moreau.)

Einzug der Austro-Russen in Mailand, 28 Apr.

Einnahme von Seringapatnam durch die Britten, 4 Mai. (Harris gegen Tippo Saib [+])

WiederEinnahme des Luciensteigs und Graubündens durch die Oestreicher, 14 Mai. (Hotze.)

Treffen bei Marengo, 16 Mai. (Moreau gegen Bagration und Lusignan.)

Aufhebung der Belagerung von Acre, 20 Mai. (Bonaparte.)

Treffen bei Frauenfeld, 25 Mai. (Massena gegen Hotze); bei Winterthur, 27 Mai; bei Zürich, 3 und 4 Jun. (Erzherzog Karl und Massena.)

Einzug der Oestreicher in Zürich, 6 Jun.

Schlacht an der Trebia, 17 - 19 Jun. (Suworow und Melas gegen Macdonald.)

Treffen bei S. Giuliano, auf der Ebene von Marengo, 20 Jun (Moreau gegen Bellegarde.)

Kapitulation der Citadelle von Turin, 20 Jun. (Kaim gegen Fiorella).

WiederEinnahme von Neapel, 20 Jun. (Kardinal Ruffo); Kapitulation des Forts S. Elmo, 11 Jul (Trowbridge).

Kapitulation der Citadelle von Alessandria, 21 Jul. (Bellegarde gegen Gardanne).

(Land-) Schlacht bei Abukir, 25 Jul. (Bonaparte gegen Mustapha Pascha).

Kapitulation von Mantua, 28 Jul. (Kray gegen Foissac-Latour).

Schlacht bei Novi, 15 Aug. (Suworow und Melas gegen Joubert [+] und Moreau).

Uibergabe von Surinam an die Britten, 20 Aug. (Trigge gegen Frederici).

Landung der Britten bei Calantsoog, in Nord-Holland, 27 Aug. (Abercromby).

Uiebergabe der holländischen Flotte an die Britten, 30 Aug. (Mitchell gegen Story).

Bombardement von Philippsburg, 6 - 11 Sept.

Uibergabe der Citadelle von Tortona, 11 Sept. (Alcaini gegen Gast).

Schlacht von Bergen, 19 Sept. (Brune gegen den Herzog von York).

Uibergang der Limmat und Linth; Schlacht bei Zürich; WiederEinnahme dieser Stadt durch die Franken, 25 und 26 Sept (Massena gegen Korsakow und Hotze [+]).

Uiberwältigung des Gotthards durch die Russen, 25 Sept. (Suworow gegen Lecourbe).

Kapitulation von Rom, Civitavecchia, xc. 27 Sept (Trowbridge gegen Garnier).

Schlacht in den Dünen von Bergen, 2 Oct. (Herzog von York gegen Brune).

Suworow's Rükzug von Glarus nach Graubünden, 5 Oct.

Schlacht von Castricum, 6 Oct. (Brune gegen den Herzog von York).

Schlacht bei Genola, 4 Nov. (Melas gegen Championnet)

Kapitulation von Ancona, 13 Nov. (Fröhlich gegen Monnier).

Kapitulation von Coni, 3 Dec. (Fürst von Lichtenstein gegen Clement).


2. Resultate des Feldzuges.

Frankreich hat verloren:

1. Ganz Italien, ausser Genua.

[Die Truppen des Königs von Neapel halten, ausser diesem Königreich, auch noch Rom besezt; das übrige von Italien ist in der Gewalt der Oestreicher.]

2. Die sämtlichen, im FriedensTractat von Campo Formio ihm überlassenen, ehemals venetianischen, Inseln und KüstenLänder in der Levante, oder die drei Departemente: Corcyra, Ithaka und vom ägäischen Meere [die gemeinschaftlich von den Russen und Türken besezt sind.]

Die neuerrichtete Römische und Parthenopeische Republiken wieder vernichtet

Auch die, im Tractat von Campo Formio von dem Kaiser förmlich anerkannte, Cisalpinische Republik wieder auf den Fuß einer östreichischen Provinz gesezt.

Die Batavische Republik hat gegen die Britten Surinam, in SüdAmerika, verloren.

In OstIndien haben die Britten von Tippo Saib das ganz Königreich Mysore erobert.


Staats- und diplomatische Ereignisse.

Erklärung der fränkischen Bevollmächtigten zu Rastadt, 2 Jan., daß, wenn der ReichsTag sich nicht dem Einmarsche russischer Truppen in das teutsche Gebiet widerseze, Frankreich diesen Einmarsch als eine Verlezung der Neutralität von Seiten des Reichs betrachten, und die FriedensUnterhandlungen abbrechen würde.

AllianzTractat zwischen GrosBritannien und der Pforte, 5 Jan. (Auf 8 Jahre. Gegenseitige Garantie ihrer Staaten. Um die Entwürfe Frankreichs, besonders in Aegypten, zu vereiteln, verspricht die Pforte, eine Armee von wenigstens 100,000 Mann wirken zu lassen, und GrosBritannien, eine der feindlichen überlegene SeeMacht im MittelMeer zu unterhalten).

AllianzTractat zwischen Neapel und der Pforte, 21 Jan. (Leztre verspricht dem König von Neapel ein HilfsHeer von 10,000 Albanesern, und ein ansehnliches Geschwader im adriatischen und MittelMeer).

Revolution von Neapel. Dieses Königreich, 25 Jan., durch den OberGeneral Championnet zu einem FreiStaat, unter dem Namen: Parthenopeische Republik, proclamirt.

Note der fränkischen Bevollmächtigten zu Rastadt, vom 31 Jan., dem östreichischen Minister Grafen von Lehrbach übergeben, worin von dem Kaiser bestimmte Erklärung verlangt wird: ob er die russischen Truppen aus dem östreichischen Gebiet entfernen wolle, oder nicht? Werde hierauf innerhalb 14 Tagen keine, oder eine nicht befriedigende Antwort in Rastadt eintreffen, so werde Frankreich solches als WiederAnfang der Feindseligkeiten von Seiten Oestreichs betrachten.

KriegsErklärung Frankreichs gegen den Kaiser, als König von Ungarn und Böhmen, und gegen den Grosherzog von Toscana, 12 März.

Auflösung des Rastadter Congresses. Ermordung der fränkischen FriedensGesandten (Bonnier und Roberjot), bei ihrer Abreise von Rastadt, 28 April, Nachts 10 Uhr, zwischen dieser Stadt und dem Rhein, in der Linie der östreichischen VorPosten

Revolution vom 30 Prairial (18 Jun.) Der gesezgebende Körper macht der von dem Directorium seit dem 18 Fructidor (4 Sept. 1797) ausgeübten Dictatur ein Ende. DirectorialVeränderung: Treilhard, ausgewiesen, wird durch Gohier; Merlin und Lareveillere-Lepaux, die ihre Dimission gegen, werden durch Roger Ducos und Moulins ersezt

Convention zwischen GrosBritannien und Rußland, 22 Jun. (Kaiser Paul I macht sich verbindlich, gegen 44,000 Pf. Sterl. monatl. Subsidien, ein Korps von 17,593 Mann, wozu noch 13,000, oder wenigstens 8,000 Mann brittischer Truppen stossen sollen, zu einer Expedition gegen Holland zu stellen).

AdditionalErklärung vom 29 Jun. zu dem vorläufigen Tractat zwischen GrosBritannien und Rußland vom 19 Dec. v. J. (Bei der fortdauernden Neutralität des Königs von Preussen, soll das bedungene Korps von 45,000 Russen, das Anfangs dessen feindliche Demonstrationen gegen Frankreich zu unterstüzen bestimmt war, gleichwohl in einer andern, durch Ihre Majestäten am vortheilhaftesten gefundenen Gegend gegen den gemeinschaftlichen Feind gebraucht werden).

KriegsErklärung Kaiser Pauls I gegen Spanien, 26 Jul.

Beschluß des teutschen ReichsTags vom 16 Sept., vermöge dessen, bei dem wieder eingetretenen KriegsStand gegen Frankreich, die ReichsBewafnung auf das Fünffache erhöht werden soll, und zu Bestreitung der KriegsKosten hundert RömerMonate bewilligt werden.

Erklärung Kaiser Paul's I, vom 26 Sept., an alle Glieder des teutschen Reichs, um sie einzuladen, ihre Macht mit der seinigen zu vereinigen, widrigenfalls er sich genöthigt sehen würde, seine Truppen wieder nach seinen Staaten zurükkommen zu lassen.

AllianzTractat zwischen Rußland und Portugal, 28 Sept. (Gegenseitige Garantie ihrer Staaten. Im Fall eines Angrifs, soll Rußland zum Beistand Portugals sogleich 6000 Mann Infanterie, und umgekehrt Portugal auf Rußlands Ansuchen ein Geschwader von 5 LinienSchiffen und 1 Fregatte stellen. Dem requirirenden Theile soll freistehen, statt dessen, eine GeldHilfe von 250,000 Rubeln jährlich zu verlangen).

Bonaparte's Zurükkunft aus Aegypten nach Frankreich, wo er bei Frejus landet, 9 Oct.

Convention von Alkmaar, 18 Oct., durch welche der englisch-russischen Armee in NordHolland der freie Rükzug, gegen Zurükgabe von 8,000 vor diesem Feldzuge in englische KriegsGefangenschaft gerathenen Franken und Batavern, bewilligt wird.

Revolution vom 18 Brumaire, (9Nov.) Verlegung des gesezgebenden Körpers von Paris nach St. Cloud; Auflösung des Directoriums, und an dessen Stelle Errichtung einer consularischen VollziehungsCommission, bestehend aus Bonaparte, Sieyes und Roger Ducos; Vertagung des gesezgebenden Körpers bis zum 1 Ventes, und inzwischen Ernennung einer Commission von je 25 Mitgliedern von beiden Räthen, vornehmlich um die nöthigen Veränderungen in der Constitution vorzubereiten.

Aufbruch der Russen, unter Suworow, aus ihren Kantonirungen in Schwaben, zu Ende Novembers, um nach ihrer Heimat zurükzukehren.

Einführung der neuen (vierten) Constitution in Frankreich, 25 Dec. Kraft derselben übernimmt Bonaparte, als erster Consul, die Regierung; Cambaceres und Lebrun, als zweiter und dritter Consul, [blos mit berathendem Votum], installirt.

Schreiben des ersten Consuls an König Georg III von GrosBritannien, FriedensAnträge enthaltend, 26 Dec.

[Bemerkung. Wahrscheinlich am nemlichen Tage ließ der erste Consul auch Schreiben von gleichem Inhalte an Kaiser Franz II und Kaiser Paul I abgehen.]


Neunter Feldzug, 1800.

Kriegführende Mächte.

auf der einen Seite. auf der andern.
Frankreich. GrosBritannien.
Batavische Republik. Portugal.
Spanien (gegen GrosBritannien.) Neapel.
Die Pforte.
Oestreich
Teutsches Reichs, (das nördliche Teutschland, und im südlichen allein den Markgrafen von Baden ausgenommen.)


KriegsEreignisse.

1. HauptVorfälle im Laufe des Feldzugs.

Schlacht bei Heliopolis, 19 März. (Kleber gegen den GrosWessir Jussuph Pascha). Einnahme der Insel Goree durch die Britten, 4 Apr. (Hamilton).

Blokade von Genua, nach 14tägigen heftigen Gefechten in der Riviera, 20 Apr. (Melas gegen Massena).

WiederEinnahme von Kairo; völlige WiederEroberung Aegyptens durch die Franken, 5 Apr. (Kleber).

Schlacht bei Engen, 3 Mai (Moreau gegen Kray).

Schlacht bei Mößkirch, 5 Mai. (Moreau gegen Kray).

Treffen bei Biberach, 9 Mai. (Moreau gegen Kray); Rükzug der östreichischen HauptArmee nach Ulm, 11 Mai.

Einnahme von Nizza durch die Oestreicher, 11 Mai. (Melas).

Kapitulation der Citadelle von Savona, 15 Mai. (St. Julien gegen Buget).

Zug der fränkischen ReserveArmee über den grosen St. Bernhard, 16 - 20 Mai. Bonaparte).

WiederEinnahme von Nizza, 29 Mai. (Suchet).

Einzug der Franken in Mailand, 2 Jun. (Bonaparte).

Kapitulation von Genua, 4 Jun. (Ott und Keith gegen Massena).

Po-Uibergang; Besezung von Stradella und Piacenza, 6 und 7 Jun. (Lannes, Murat.)

Treffen bei Montebello, 9 Jun. (Bonaparte gegen Ott).

Schlacht bei Marengo, 14 Jun. (Bonaparte gegen Melas).

Donau-Uibergang und Schlacht bei Höchstädt, 19 Jun. (Moreau gegen Sztarray).

Rükzug der östreichischen HauptArmee von Ulm, 20 Jun. (Kray).

Einzug der Franken in München, 28 Jun. (Decaen).

Einnahme von Feldkirch, Luciensteig, Chur und Graubünden, 13 und 14 Jul. (Lecourbe gegen Jellachich).

FehlVersuch der Britten gegen Ferrol, 26 Aug. (Pultenay).

Einnahme von Malta durch die Britten, nach 2 jähriger Belagerung, 5 Sept. (Pigot gegen Vaubois).

Einnahme von Curaçao durch die Britten, 23 Sept. (Watkins gegen Lauffer).

FehlVersuch der Britten gegen Cadiz, während der Seuche, 6 Oct. (Abercromby).

Besezung von Toscana durch die Franken, 14 - 16 Oct. (Dupont).

Zug der GraubündnerArmee über den Splügen, 1 - 5 Dec. (Macdonald).

Treffen bei BurgEbrach, 3 Dec. (Augereau gegen Simbschen); Besezung von Bamberg und Nürnberg durch die Franken.

Schlacht bei Hohenlinden, 3 Dec. (Moreau gegen den Erzherzog Johann).

Uibergang des Inn bei Neupeurn, 9 Dec. (Lecourbe).

Uibergang und Treffen an der Salza, 14 Dec; Einzug der Franken in Salzburg, 15 Dec. (Moreau).

Einzug in Linz, 20 Dec.; in Ens und Steyer, 22 Dec. (Moreau).

Uibergang uns Schlacht am Mincio, 25 und 26 Dec. (Brune gegen Bellegarde).


2. Resultate des Feldzugs.

Frankreich hat erobert:

1. in Italien: ganz Piemont, ganz Toscana, das ganze Gebiet der Ligurischen und der Cisalpinischen Republiken.
2. in Teutschland: ganz Schwaben, Franken, Baiern, Tirol und den grösten Theil von Oestreich, wo Moreau's VorTrab über der Erlaph, kaum mehr zwanzig Stunden von Wien, steht.

Es hat, gegen die Britten verloren:

1.im MittelMeer: Malta.
2. an der westlichen Küste von Afrika: die Insel Goree.

Wiederherstellung der Cisalpinischen Republik, seit dem 17 Jun.

Erschaffung einer neuen Republik der sieben vereinigten Inseln, durch die Convention zwischen Rußland und der Pforte, vom 21 März. [Diese Republik begreift die ehemals venetianischen Inseln in der Levante: Corfu, Paxo, Santa Maura, Cefalonia, Ithaka, Zante, Cerigo.]

Die Batavische Republik hat gegen die Britten Curaçao, in WestIndien, verloren.


Staats- und diplomatische Ereignisse.

Lord Grenville's Note vom 5 Jan, an den Minister Talleyrand überschikt, in Antwort auf Bonaparte's FriedensAnträge. Zurükweisung der leztern, weil die neue fränkische Regierung noch keine Sicherheit in Betref ihrer Grundsäze biete. "Das sicherste und natürlichste Unterpfand derselben würde die Wiederherstellung der Bourbonischen Dynastie seyn; doch binde der König hieran nicht ausschlieslich die Möglichkeit einer FriedensStiftung."

Convention zwischen der fränkischen und der batavischen Republik, 5 Jan. (Abtretung an leztre der Herrschaften Ravenstein, Megen, Boxmeer, Anholt xc. und überhaupt der Güter aller vor dem Kriege in Holland angesessenen Fürsten und Herrn des Reichs, desgleichen des Städtchens Huissen auf der Insel Beluwe, so wie der im Umkreis des batavischen Gebiets gelegenen Güter der fränkischen und belgischen Ausgewanderten und Geistlichkeit).

Antwort des Ministers Talleyrand, vom 14 Jan., auf Lord Grenville's Note vom 4. In seiner weitern Note vom 20, bezieht sich leztrer blos auf die bereits gegebene Antwort.

Convention von El Arisch, wegen Räumung Aegyptens durch die fränkische Armee, 24 Jan. [vernichtet durch die Erklärung des brittischen Admirals Keith, daß er die Rükkehr der fränkischen Armee unter keiner andern Bedingung genehmigen könne, als daß sie die Waffen streke und sich kriegsgefangen ergebe.]

Militairische Pacification der Vendee durch den OberGeneral Brune, vom Jan. bis März.

Convention zwischen Rußland und der Pforte, in Betref der ehemals venetianischen Besizungen in der Levante, 21 März. (Die Inseln sollen einen FreiStaat bilden, genannt Republik der sieben vereinigten Inseln, unter Rußlands Garantie, und unter dem Schuz der Pforte, der sie alle drei Jahre durch eine feierliche Gesandtschaft 75,000 Piaster zu überschiken haben. Die KüstenLänder sollen künftig der Pforte gehören.

Convention von Alessandria, 16. Jun. (Waffenstillstand in Italien: Rükzug der östreichischen Armee an den Minzio; Abtretung an die Franken der Citadellen von Tortona, Alessandria, Mailand, Turin, Pizzighetone, Arona, Piacenza, Coni, Savona, der Stadt Genua und des Forts Urbano.)

Beschluß des Ersten Consuls zu WiederOrganisirung der Cisalpinischen Republik, 17 Jun.

Convention zwischen Oestreich und GrosBritannien, 20 Jun (Lezteres verspricht dem Kaiser, in drei Zielern, durch Anleihe, 2 Millionen Pf. Sterl. vorzuschiessen. Dauer dieser Convention bis zu Ende Februars 1801, während welcher Zeit beide Theile sich verpflichten, den Feldzug gegen Frankreich nachdrüklichst fortzusezen, und keiner ohne ausdrükliche Einwilligung des andern Frieden zu schliessen).

Convention von Parsdorf, 15 Jul. (WaffenStillstand in Teutschland; Regensburg, der Siz der teutschen ReichsVersammlung, zufolge der bedungenen DemarcationsLinie, durch die ranken besezt).

(Pariser) FriedensPräliminarien zwischen Oestreich und der fränkischen Republik, zwischen dem k. k. General Grafen St. Julien und dem Minister Talleyrand abgeschlossen, 28 Jul. (Ganz auf die Grundlagen des Tractats von Campo Formio, ausgenommen daß der Kaiser die Entschädigungen, die ihm zufolge der geheimen Artikel des lezten Tractats in Teutschland bestimmt waren, in Italien erhalten soll).

[Der Kaiser verweigert diesen Präliminarien seine Ratification].

Convention von Hohenlinden, 20 Sept. (Verlängerung des WaffenStillstands in Teutschland auf 45 Tage; zum Unterpfand seines aufrichtigen Verlangens nach Frieden, räumt der Kaiser der fränkischen Armee die Festung Philippsburg, Ulm und Ingolstadt ein).

Convention von Castiglione, 29 Sept. (Ebenmäsige Verlängerung des WaffenStillstands in Italien auf 45 Tage).

Freundschafts- und HandelsConvention zwischen der fränkischen Republik und den vereinigten Staaten von Amerika, 1 Oct.

Beschluß des ersten Consuls vom 1 Oct., daß, zufolge der von dem OberGeneral Augereau abgeschlossenen Conventionen, die Staaten und Besizungen des Fürsten und der Grafen von Isenburg, des Landgrafen von Hessen-Homburg, der Fürsten von Nassau-Usingen und Nassau-Weilburg, der Fürsten von Neuwied und Wied-Runkel, der Fürsten und Grafen von Solms, Stolberg, Witgenstein, Westerburg, des Vortheils der Neutralität geniessen sollen.

Abbruch der Unterhandlungen zwischen Frankreich und GrosBritannien wegen eines WaffenStillstands zur See, und Erklärung dieser leztern Macht, daß sie nicht anders, als in Verbindung mit ihren Alliirten, mit Frankreich tractiren könne, 9 Oct.

Embargo auf alle brittische Schiffe in den Häfen Rußlands, 18 Nov.

Nordische Convention zur Behauptung der Neutralität zur See und der Freiheit der Schiffahrt, [gegen GrosBritanniens Anmassungen], geschlossen zu Petersburg 16 Dec. zwischen Rußland, Schweden, Dänemark und Preussen.

Convention von Steyer, 25 Dec. (WaffenStillstand in Teutschland, auf die Erklärung des Kaisers, daß er sofort Frieden mit Frankreich verhandeln wolle, ohne Rüksicht auf die Entschliessungen seiner Alliirten; als Unterpfand seines festen Willens werden den fränkischen Truppen die Citadelle von Wirzburg, die festen Pläze Braunau, Kuffstein, Scharnitz, und überhaupt alle befestigten Punkte in Tirol eingeräumt).

Zehnter Feldzug, 1801.

Kriegführende Mächte.

auf der einen Seite. auf der andern.
Frankreich. GrosBritannien, bis 1 Oct.
Batavische Republik. Portugal, bis 29 Sept.
Spanien, (gegen GrosBritannien; Neapel, bis 28 März.
und gegen Portugal, seit 18 Febr. Die Pforte, bis 9 Oct.
Nordischer Bund (Rußland, Schweden, Oestreich, bis 9 Febr.
Dänemark, Preussen,) gegen GrosBritannien. Teutsches Reich, bis 9 Febr.


KriegsEreignisse.

1. HauptVorfälle im Laufe des Feldzuges.

Uibergang der Franken über die Etsch, 1 Jan.; Einzug in Verona, 3 Jan. (Brune).

Einzug der Franken in Trient, 7 Jan. (Macdonald).

Einzug in Vicenza, 8 Jan.
-- -- Bassano, 11 --
-- -- Treviso, 14 -- (Brune).

Landung eines brittischen ArmeeKorps bei Abukir, in Aegypten, 8 März. (Abercromby).

Uibergabe der Insel St. Barthelemy an die Britten, 20 März. (Trigge gegen Ankarheim).

Schlacht bei Nicolpolis, [zwischen Abukir und Alexandria], 21 März. (Abercromby [+] gegen Menou).

Einnahme der Insel St. Martin durch die Britten, 24 März (Trigge gegen Bonnier).

Uibergabe der Inseln St. Thomas und St Croix an die Britten, 28 und 31 März. (Trigge gegen Lindemann).

Durchfahrt der brittischen Flotte durch den Sund, 30 März. (Parker).

SeeSchlacht auf der Rhede von Kopenhagen, 2 April (Nelson gegen Olfert Fischer.)

Einnahme der Inseln St. Eustach und Saba durch die Britten, 21 April. (Blunt gegen Roda).

Einnahme von Olivenza durch die Spanier, 20 Mai. (Compigni gegen Clermont).

Einnahme von Campo Mayor durch die Spanier, 6 Jun. (Don Manuel de Godoy, FriedensFürst).

Kapitulation von Kairo, 27 Jun. (Hutchinson und GrosWessir Jussuph Pascha gegen Billiard).

SeeTreffen bei Algeziras, 6 Jul. (Linois gegen Saumarez).

SeeTreffen bei Gibraltar, in der Nacht vom 12 auf dem 13 Jul. (Saumarez gegen Don Moreno).

[Erster] mislungener Angrif der Britten auf die leichte Flotille von Boulogne, 4 Aug. (Nelson gegen Latouche-Treville).

[Zweiter] mislungener Angrif der Britten auf die leichte Flottille von Boulogne, in der Nacht vom 15 auf den 16 Aug. (Nelson gegen Latouche-Treville).

Kapitulation von Alexandria, 2 Sept. (Hutchinson und Hussein Pascha gegen Menou).

Ausfall der brittischen Besazung von Porto Ferrajo, 11 Oct. (Airey); die lezte WaffenThat des nun geendigten fürchterlichen 10jährigen RevolutionsKrieges.

2. Resultate des Feldzuges.

Frankreich hat

erobert: ganz OberItalien, bis an den Tagliamento; ganz MittelItalien, bis nach Ancona einschlieslich.
verloren: Aegypten.

Spanien hat, von Portugal, erobert: beinahe die ganze Provinz Alentejo [die es jedoch im Frieden bis auf Olivenza zurükgibt.]

GrosBritannien hat erobert:

1. von der Batavischen Republik: die Inseln St. Eustach, Saba und St. Martin.
2. von Schweden: die Insel Barthelemy.
3. von Dänemark: die Inseln St. Thomas und St. Croix.
[Bemerkung. Die schwedischen und dänischen Inseln werden von GrosBritannien, nach erfolgter Beilegung der obgemeldeten Irrungen, noch im Laufe des Jahres zurükgegeben.]

Errichtung einer neuen Monarchie, unter dem Namen: Königreich Hetrurien, zu Gunsten der Infanten Don Ludwig von Parma. [Dieses Königreich begreift: das ehemalige Grosherzogthum Toscana, den Stato de gli Presidii, und das Fürstenthum Piombino.]


Staats- und diplomatische Ereignisse.

Convention von Treviso, 16 Jan. (WaffenStillstand in Italien; Rükzug der östreichischen Armee hinter den Tagliamento; Abtretung an die Franken der Kastelle von Verona und Legnago, und der festen Pläze Peschiera, Sermione, Ferrara, Ancona).

Convention von Luneville, 26 Jan., zwischen den FriedensBevollmächtigten des Kaisers und der fränkischen Republik. (Uibergabe der Festung Mantua an die fränkische Armee).

(Luneviller) FriedensTractat zwischen dem Kaiser, König von Ungarn und Böhmen, [der zugleich im Namen des teutschen Reichs stipulirt], und der fränkischen Republik, 9 Febr. (Frankreich erhält: von Oestreich, ganz Belgien, oder alle vormals unter dem Namen Oestreichische Niederlande begriffene Länder; von dem teutschen Reiche, das ganze linke RheinUfer, von dem Punkte, wo der Rhein das helvetische Gebiet verläßt, bis zu demjenigen, wo er in das batavische tritt; ferner, zur Abtretung an die helvetische Republik, das Frikthal, und alles, was am linken RheinUfer, zwischen Zurzach und Basel, dem Hause Oestreich angehörte. -- Oestreich erhält: Istrien, Dalmatien, und die davon abhängigen ehemals venetianischen Inseln des adriatischen Meers; die Mündung des Cattaro, die Stadt Venedig, die Lagunen, und die zwischen den östreichischen ErbStaaten, dem adriatischen Meere, und der Etsch, von ihrem Austritt aus Tirol bis zu ihrer Mündung in besagtem Meere, gelegenen Länder, so daß der Thalweg der Etsch die GränzLinie machen soll. -- Oestreich tritt an den Herzog von Modena, zur Entschädigung für dessen Verlust in Italien, das Breisgau ab. -- Der Grosherzog von Toscana tritt diesen Staat, mit dem davon abhängigen Theil der Insel Elba, an den Infanten, Herzog von Parma, ab, und soll dafür in Teutschland eine vollkommene und gänzliche Entschädigung erhalten. --Beide Theile garantiren sich wechselseitig die Unabhängigkeit der batavischen, helvetischen, cisalpinischen und ligurischen Republiken. -- In Gemäsheit der beim Rastadter Congreß aufgestellten Grundsäze, soll das teutsche Reich gehalten seyn, den erblichen Fürsten, welche ihre Besizungen auf dem linken RheinUfer verlieren, eine in dem Schoose des Reichs zu nehmende Entschädigung zu geben).

Ministerial-Veränderung in England: Addington wird, an Pitt's Stelle, PremierMinister.

WaffenStillstand zu Foligno, zwischen Frankreich und Neapel, 18 Febr. (Sperrung der neapolitanischen Häfen gegen alle feindlichen Mächten; Freilassung des B. Dolomieu, und aller bei ihrer Rükkehr aus Aegypten aufgefangenen Franken).

Spaniens KriegsErklärung gegen Portugal, 18 Febr.

Ratification des Luneviller FriedensTractats durch die ReichsVersammlung zu Regensburg, 7 März.

Plözlicher Tod Kaiser Paul's I von Rußland, 24 März.

(Florenzer) FriedensTractat zwischen der fränkischen Republik und dem König von Neapel, 28 März. (Abtretung des neapolitanischen Antheils an der Insel Elba, des Stato de gli Presidii, und des Fürstenthums Piombino, an die fränkische Regierung, um nach Belieben darüber zu verfügen; unverzügliche Freilassung aller wegen revolutionärer Meinungen oder Handlungen eingekerkerter oder verhafteter Personen. -- Kraft der geheimen Artikel: Besezung der HalbInsel und des Hafens von Otranto durch fränkische Truppen.

Besezung Hamburgs durch die Dänen, 29 März. [Räumung, 23 Mai].

Königl. Preussisches Manifest wegen Besezung der kurhannöverschen Lande, 30 März. [Befehl, sie wieder zu räumen, 25 Oct]

Dänisch-englische WaffenStillstandsConvention auf der Rhede von Kopenhagen, 9 April.

FriedensTractat zwischen Spanien und Portugal, zu Badajoz, 6 Jun. (Sperrung der Häfen Portugals gegen alle englischen Schiffe; Abtretung an Spanien der Festung Olivenza und ihres Gebiets, von der Guadiana an, welcher Fluß die Gränze beider Staaten in diesem Theile seyn soll).

Convention zwischen Rußland und GrosBritannien, 17 Jun. (Beilegung der obgewalteten Irrungen, und Bestimmung der Grundsäze der SeeNeutralität für die Zukunft).

Erhebung des Grosherzogthums Toscana zu einem Königreich, unter dem Namen von Hetrurien, und feierliche Uibernahme der Krone dieses Staats durch Don Ludwig Infanten von Spanien, (Erbprinzen von Parma), 2 Aug.

FriedensTractat zwischen der fränkischen Republik und dem Kurfürsten von PfalzBaiern, geschlossen zu Paris, 24 Aug. (Verzichtung des leztern auf alle seine Länder auf dem linken RheinUfer; dagegen, von Seiten Frankreichs, Garantie der Integrität der Besizungen des KurHauses PfalzBaiern auf dem rechten RheinUfer, und Versprechen, demselben eine möglichst vortheilhaft gelegene, den durch den Krieg veranlaßten Verlust aller Art aufwiegende Schadloshaltung zu verschaffen).

(Madrider) FriedensTractat zwischen der fränkischen Republik und Portugal, 29 Sept. (Sperrung aller Häfen Portugals in Europa gegen alle englischen Schiffe; GränzBestimmung zwischen dem französischen und dem portugiesischen Guiana durch den Fluß Karapanatuba; freie Einfuhr in Portugal aller französischen Producte oder Fabrikate, namentlich der Tücher, auf den Fuß der am meisten begünstigten Waaren).

(Londoner) FriedensPräliminarien zwischen der fränkischen Republik und GrosBritannien, 1 Oct. (Zurükgabe an die fränkischen Republik, und an ihre Alliirten, Spanien und Holland, aller während des Kriegs ihnen von GrosBritannien abgenommenen Besizungen und Colonien, ausser den Inseln Trinidad und Ceylan; -- Erklärung des Caps der guten Hofnung zu einem Freihafen; -- Zurükgabe Malta's an den Orden des heil. Johannes von Jerusalem, und Aegyptens an die Pforte; -- Erhaltung des Gebiets und der Besizungen Portugals in ihrer Integrität; -- Anerkennung der Republik der sieben Inseln von Seiten Frankreichs; -- Wiederherstellung der Fischereien auf den Küsten von Terre neuve (New-Foundland) und den anstossenden Inseln, so wie im Meerbusen von St. Laurent, auf den Fuß wie vor dem Kriege. -- Zu Amiens sollen Bevollmächtigte von beiden Seiten, im Einverständniß mit den Alliirten der contrahirenden Mächte, zur Abfassung des DefinitivTractats schreiten).

(Pariser) FriedensTractat zwischen der fränkischen Republik und Rußland, 8 Oct. (Blose Wiederherstellung der vorherigen FreundschaftsVerhältnisse).

(Pariser) FriedensPräliminarien zwischen der fränkischen Republik und der Pforte, 9 Oct. (Räumung Aegyptens durch die Franken, und Zurükgabe dieser Provinz an die Pforte, deren Gebiet in seiner Integrität, so wie es vor dem Kriege war, erhalten werden soll; -- Anerkennung und Garantie, von Seiten Frankreichs, der Verfassung der Republik der sieben vereinigten Inseln, und der ehemals venetianischen KüstenLänder in der Levante; -- WiederErneuerung der vor dem Kriege zwischen beiden Mächten bestandenen Tractaten, in deren Verfolg die fränkischen Republik im ganzen Gebiet der Pforte die nemlichen Handels- und SchiffahrtsRechte, wie ehemals, und diejenigen, welche in Zukunft den am meisten begünstigten Nationen bewilligt werden möchten, geniesen soll).


1802.

Definitiv-FriedensTractat zwischen GrosBritannien einer-, und der fränkischen Republik und ihrer Alliirten, Spanien und der Batavischen Republik, andrer Seits, geschlossen zu Amiens, 25 März. (In den HauptPunkten völlig nach der Grundlage der Londoner Präliminarien -- Zur Gränzscheidung des französischen und portugiesischen Guiana soll [nicht der Karapanatuba, sondern] der ArawariFluß dienen. Genauere Bestimmungen um die Unabhängigkeit Malta's zu sichern. -- Der Prinz von Nassau-Oranien soll wegen seines in der Batavischen Republik erlittenen Verlustes eine gleichmäsige Compensation erhalten).

Separat-Convention von Amiens, zwischen dem fränkischen und dem batavischen Bevollmächtigten, vom 27 März. (Die zu Gunsten des Hauses Nassau bedungene Entschädigung soll auf keinerlei Weise der Batavischen Republik zur Last fallen).

Separat-Tractat zwischen der fränkischen Republik und dem Fürsten von Nassau-Oranien-Dillenberg-Dietz, geschlossen zu Paris, 24 Mai. (Leztrer soll für seinen in der Batavischen Republik erlittenen Verlust mit dem Bisthum Fulda, den Abteien Corvey und Weingarten, und den ReichsStädten Dortmund, Yßui und Buchhorn entschädigt werden. -- Im Fall der gänzlichen Erlöschung dieser Nassauischen Linie sollen obige Staaten an das königl. Preussische Haus fallen).

Separat-Tractat zwischen der fränkischen Republik und dem Herzog von Wirtemberg, geschlossen zu Paris, 20 Jun. (Leztrer soll für seinen Verlust auf dem linken RheinUfer Territorial-Entschädigungen erhalten, die so viel möglich ihm wohlgelegen, dem aus dem Kriege entstandenen Schaden aller Art gleich sind, und den mit den abgetretenen Ländern verbundenen Vortheilen und Privilegien entsprechen).

Definitiv-FriedensTractat zwischen der fränkischen Republik und der Pforte, geschlossenen zu Paris, 25 Jun. (Völlig auf die Grundlage der Präliminarien. -- Die fränkischen KauffahrteiSchiffe mit der fränkischen Flagge sollen künftig das unstreitige Recht haben, in das schwarze Meer zu segeln, und auf demselben zu fahren. -- Beide Staaten garantiren sich wechselseitig die Integrität ihrer Besizungen).


Quellen und Literatur.

  • Taschenbuch für die neuste Geschichte. Herausgegeben von D. Ernst Ludwig Posselt. Neunter Jahrgang. Nürnberg, in der Bauer- und Mannischen Buchhandlung. 1803.